+++ PILOTEN IM FOKUS +++


Hallo Cmdr Parzival,

ich freue mich, dass Sie zwischen all Ihren Terminen für Newtons Flotte, heute für uns kurz Zeit gefunden haben.


Vielen Dank für ihre Anfrage. Gerne nehme ich mir trotz meiner diversen Verpflichtungen die Zeit ihre Fragen, soweit es mir möglich ist, zufriedenstellend zu beantworten. Zu Beginn muss ich sie allerdings darauf hinweisen, dass ich Fragen nach meiner wahren Identität sowie dezidierte Hinweise auf meine galaktischen Aktivitäten nicht beantworten kann. Dies dient nicht nur dem Schutz meiner Crew und mir, sondern bewahrt auch sie und ihre Redaktion vor möglichen behördlichen Maßnahmen nach der Veröffentlichung oder im schlimmsten Fall gar Angriffen von Seiten meiner, naja sagen wir, nicht ganz so engen Freunde.



Klingt Beängstigend aber auch Logisch. Aber bevor wir zu Ihrer erst kürzlichen Auszeichnung kommen, würden wir den COSMOSPOLITAN Lesern trotzdem gern ein Bild von Cmdr Parzival vermitteln. Erzählen Sie doch mal was Sie vor ihrer Piloten Karriere bei Newtons Flotte getan haben.


Nun, wie ich eingangs bereits erläutert habe möchte ich sie durch diese Informationen ungern in eine gefährliche Situation bringen. Wie sie sehen können trage ich stets einen blickdichten Helm. Nur so ist es mir möglich, mich auf Stationen und Planeten überhaupt unerkannt und frei bewegen zu können. Um in einer oft erbarmungslosen Galaxy wie unserer überhaupt erfolgreich sein zu können ist stets Vorsicht geboten und solche Schutzmaßnahmen sind einfach unabdingbar.


Ohne zu viel zu verraten kann ich aber sagen, dass ich mich bereits in jungen Jahren viel mit der Fliegerei beschäftigt habe. Was übrigens bisher niemand über mich weiß, genau wie Curtis bin ich auf einer Mondbasis aufgewachsen. Pilot zu werden, ein eigenes Raumschiff zu besitzen und durch die Systeme zu streifen war immer schon ein großer Traum, vielleicht sogar Schicksal. Sie können sich vorstellen, dass dieser Wunsch alleine nicht ausreichend ist um als junger Pilot finanziell unabhängig zu sein. Früher konnte ich mir die Aufträge nicht aussuchen, so kam man schon hin und wieder in Kontakt zu höchst fragwürdigen Auftraggebern. Schön und befriedigend waren diese Tätigkeiten meist auch nicht, aber meine Verschwiegenheit wurde letztlich immer belohnt. An viele Ereignisse dieser Zeit verschwende ich heute gar keine Gedanken mehr bzw. ich versuche es hinter mir zu lassen. Es war eine andere, eine raue Zeit, in der man es viel zu oft mit dem Abschaum der Gesellschaft, Verbrechern, Piraten, Schmugglern aber natürlich auch den schlimmsten, den sogenannten „Behörden“ *lach* zu tun hat. Vermutlich haben viele Raumpiloten einen ähnlichen Karrierestart hinter sich, dass ist wohl nichts Außergewöhnliches. Die Kunst bestand darin zu überleben.


Ich lernte damals recht schnell, wie man mit welchen Individuen umzugehen hat und wann man besser nicht zu viele Fragen stellt. Vermutlich ist das der Grund weshalb ich bis heute unversehrt bin und – das darf ich sagen – so extrem erfolgreich bin.


Kurz um kann ich von mir behaupten, ich habe schon viel gesehen und erlebt, aber ich gebe exklusiv für sie zu: Ich war noch nie Cmdr eines Kreuzfahrtschiffes *grins*.



Das waren ja doch interessante Einblicke in Ihre Vergangenheit. Und man sieht auch, dass Sie sich schon in frühen Jahren mit den Unschönen Dingen unserer Gesellschaft Auseinandersetzen mussten. Und das Alleine! Wie sind Sie dann zu Newtons Flotte gekommen?


Die kurze Antwort: Ich wurde eingeladen.

Ok, wenn ich Ihren Blick richtig deute, möchten Sie eine ausführliche Antwort. Also da muss ich kurz überlegen wie ich das am besten beschreiben kann. Möglicherweise ist mir mein Ruf vorausgeeilt. Es gibt so einige Kreaturen in den umliegenden Systemen, die mir – und das zurecht – aus dem Weg gehen. Womöglich gelte ich mancherorts sogar als gefährlich und berüchtigt. Ja, könnte was Wahres dran sein aber stellen sie mich da lieber nicht auf die Probe. Wäre doch schade, wenn dieses Interview nie veröffentlicht werden würde …



Würde ich nie machen! Aber wie ging es weiter?


Ich wurde in die Flotte aufgenommen. Glücklicherweise fragte mich niemand gezielt nach meiner Vergangenheit. Diese Themen sind auch heute noch tabu. Dies kann natürlich ganz banal daran liegen, dass sich die Führung der Flotte nicht dafür interessiert aber meiner Einschätzung nach, und das ist wohl der wahre Grund, wussten die Verantwortlichen genau wen sie aufnehmen. Der Feind meines Feindes ist eben mein Freund …



Das das Flottenoberkommando weis was es macht zeigt ja auch, dass Sie als erster Pilot die Auszeichnung "Organisator" erhalten haben. Eine Ehrung für Ihre Arbeit für die Flotte. Erzählen Sie doch mal unseren Lesern wie es dazu kam?


trophyImage-5.pngNun, dies war auch für mich eine echte Überraschung. Und das obwohl ich dachte schon alles erlebt zu haben.

Eigentlich lege ich auf Titel überhaupt keinen Wert, weil man sich davon absolut nichts kaufen kann. Wenn man sich über einen langen Zeitraum alleine zwischen und in Systemen herumtreibt sammelt man viel Lebenserfahrung.

Das ist viel wichtiger als irgendwelche Ehrungen. Ich habe keinen Zweifel, dass es auch mich irgendwann dahinraffen wird.





Die Flotte und ich würden Sie schon noch etwas länger bei uns sehen obwohl sie auch schon mehrmals als vermisst gemeldet wurden.


Sie wissen ja wie das heute ist, überall wird gelabert als wären alle Politiker und hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Da bin ich lieber aktiv und schaue mir an, was diese Labertaschen wirklich draufhaben. Möglicherweise erkennt man auch noch versteckte Talente die man sich zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen machen kann. Und wer hat nicht gerne Piloten in Reichweite, die einem etwas schuldig sind. Eins ist im Universum gewiss, man braucht verlässliche und vertrauenswürdige Geschwaderpiloten.

Daher war der offizielle Grund der Unternehmung einfach ein paar junge, unerfahrene Piloten mit auf eine kurze Exkursion zu nehmen.



Also war der Ausflug doch eher in Ihrem Interesse?


Gut erkannt. Die Auszeichnung ist nur das Ergebnis einer völlig eigennützig geplanten Aktion. Ich mache auch keinen Hehl daraus dies offen auszusprechen. Natürlich habe ich mich über die Ehrung gefreut, aber eine Finanzspritze oder wenigstens ein besserer Landeplatz auf „Erdos Station“ hätte es auch getan. Aber das ist ein anderes Thema.



Hier kann ich Ihnen aus meiner Zeit als Politwissenschaftler sagen, dass auch Newtons Erben sich an interstellare Regeln halten müssen. So ist die Vergabe der Landepads nicht durch Fraktionen beeinflussbar und auch Transaktionen unter Piloten/Fraktionen ist durch die Supermächte untersagt wurden. Aber evtl. werden ja diese Gesetze in naher Zukunft gelockert und ihr nächster Einsatz wird dementsprechend honoriert! Wird es einen nächsten geben?


Wenn ich ihnen das heute verrate wäre doch die Überraschung verdorben. Aber ein Event mit dem Namen „Lernen durch Verlust!“ würde sicherlich helfen so einige Schlaftabletten aufzurütteln, die mir und anderen Piloten so gerne den Schlitz blockieren – wenn sie verstehen was ich meine.



Aber sicher *zwinker*. Um das Fehlverhalten der NPC-Drohnen kümmern sich ja die Systembehörden. Bei menschlichen Piloten ist eigentlich das "WOLFPACK", welches aber durch die Exkursion von Adm. Lupus gerade pausiert, verantwortlich.

Also sollten junge Piloten, welche die Auszeichnung auch anstreben, ihren Rat befolgen und für Recht und Ordnung im System sorgen?


Ach ich will mich nicht dazu herablassen anderen Piloten, insbesondere jungen und unerfahrenen Grünschnäbeln Ratschläge zu erteilen. Es gibt in der Flotte wichtige Aufgaben zu erfüllen, viele Missionen, mit denen sie sich ihre Sporen verdienen können. Wenn sie dann noch leben fügt sich alles weitere …



Zum Schluss...Was sind Ihre Ziele oder wie malen Sie sich Ihre Zukunft in der Flotte aus?


Gründe meiner Erfolge sind Verschwiegenheit und Zielstrebigkeit. Würde ich ihnen hier einfach so mitteilen was ich kurz- oder mittelfristig innerhalb der Flotte plane oder erreichen möchte, wäre das wenig hilfreich, eher kontraproduktiv. Lassen sie ihre Leser, die Admiralität und den Präsidenten von Newtons Erben einfach in dem Glauben in mir einen verlässlichen und treuen Verbündeten zu haben – so ist es für alle am besten. Außerdem entspricht das ganz selbstverständlich auch der absoluten Wahrheit. Wir wollen ja nicht, dass Reporter wie sie nach Verbreitung von Fake News plötzlich und unerwartet beispielsweise durch eine „Corona“ zu schaden kommen.



Natürlich nicht *grins*

Damit danke Ich Ihnen Cmdr Parzival für die doch so interessanten und tiefen Ein- und Ausblicke. Ich persönlich und die COSMOSPOLITAN wünschen Ihnen für die Zukunft einen sicheren Flug und starke Schilde. Und ich nehme für mich persönlich mit - nicht den Stationseingang blockieren wenn Cmdr Parzival im System ist.


Einen Guten Flug Cmdr!